Die persönliche Spenderauswahl – das Herzstück unserer Arbeit

Wie kommt eigentlich der Spender zu mir, der wirklich zu mir passt? Das ist die Frage, die sich fast alle stellen, bevor sie sich für eine Behandlung mit Spendersamen entscheiden – und es ist eine der wichtigsten überhaupt. Denn die sorgfältige, persönliche Spenderauswahl ist das Herzstück unserer Arbeit, und sie lebt von Vertrauen und Transparenz.

Deshalb verschicken wir nicht anonym Spendersamen an Menschen, die wir nie kennengelernt haben. Und bei uns sucht auch kein Computerprogramm den passenden Spender aus, wie es andernorts üblich ist – das tun wir persönlich, im Team. Und weil ich, Constanze Bleichrodt, die Cryobank-München als Diplom-Psychologin führe, fließt dabei ein psychologischer Blick mit ein, den man bei einer Samenbank nicht selbstverständlich findet.

Kein Katalog, kein Computer – wir kennen unsere Spender persönlich

Wir nehmen uns für jede Auswahl im Team ausreichend Zeit, denn jede Frau und jedes Paar ist unterschiedlich und bringt eigene Vorstellungen mit. Meine Kolleginnen und ich kennen die Spender nicht aus einer Datei, sondern aus persönlichen Gesprächen – wir wissen, was das für Männer sind. Genau dieses Wissen ist es, das eine echte Empfehlung erst möglich macht.

Was für Männer spenden bei uns ihren Samen?

Viele, die zu uns kommen, tragen erst einmal Sorgen mit sich: Was sind das überhaupt für Männer, die ihren Samen spenden? Sind sie wirklich gesund? Warum tun sie das? Ist da vielleicht etwas nicht in Ordnung? Diese Gedanken kennen wir gut – und die Wirklichkeit ist deutlich schöner als ihr Ruf. Unsere Spender sind ganz normale, sehr gesunde und meist gut ausgebildete Männer zwischen 20 und 45 Jahren. Wer sie sind und warum sie spenden, das erzählen wir Ihnen ausführlich im Erstgespräch.

Bevor ein Mann bei uns überhaupt Spender werden kann, durchläuft er ausführliche Gespräche und gründliche Untersuchungen, und wir lernen ihn persönlich kennen. Er muss körperlich und seelisch gesund sein, und seine Samenzellen müssen sowohl vor dem Einfrieren als auch nach dem Auftauen überdurchschnittlich gut sein.

Wie wir die Gesundheit der Spender absichern

Die gesetzlichen Anforderungen an einen Samenspender sind für uns die Grundlage – sie sollen vor allem die Weitergabe von Erbkrankheiten und die Übertragung von Infektionen ausschließen. Deshalb halten wir vor der Verwendung der Samenzellen eine Quarantäne von sechs Monaten ein, insbesondere um eine HIV-Infektion sicher auszuschließen.

Darüber hinaus tun wir mehr, als das Gesetz verlangt: Bei allen unseren Spendern führen wir Gentests durch. Wir prüfen die Chromosomen auf zahlenmäßige und strukturelle Auffälligkeiten (Karyogramm) und schließen die häufigste Genträgerschaft für Mukoviszidose (CFTR) aus. Und wenn Sie ganz sichergehen möchten, können auch Sie selbst sich genetisch untersuchen lassen – ein Angebot, kein Muss.

Wie Ihre Spenderauswahl konkret abläuft

Und so läuft es ganz konkret ab: Sie erzählen uns ein wenig über sich – wie Sie aussehen, was Sie im Leben machen, welchen Bildungshintergrund Sie haben, wie Sie sich sehen und beschreiben. Wichtig sind uns dabei auch Fotos von Ihnen, denn gerade Dinge wie Kopfform und Gesichtszüge lassen sich auf einem Bild viel besser einschätzen als in Worten.

Dann gibt es ein Feld, in das Sie Ihre besonderen Überlegungen zur Spenderauswahl schreiben können. Hier sagen Sie uns, worauf es Ihnen ankommt – ob wir eher nach Haarfarbe, Augenfarbe, Größe oder Bildungshintergrund suchen sollen, oder einfach nach einem guten Herzen. Jede bringt ein paar Punkte mit, die ihr besonders wichtig sind, und genau die möchten wir von Ihnen wissen.

Was danach passiert, ist der eigentliche Unterschied zu einer Bestellung aus dem Katalog: Wir wählen nicht über Ihren Kopf hinweg aus, weil wir meinen, es besser zu wissen. Wir empfehlen Ihnen einen Spender, weil wir ihn persönlich kennen und uns im Gespräch auch ein Bild von Ihnen gemacht haben. Sie bekommen von uns eine Empfehlung – zwei, drei Sätze mit Stichpunkten dazu: wie der Spender aussieht und welche der Dinge, die Ihnen wichtig waren, wir berücksichtigt haben. Und natürlich dürfen Sie dieser Empfehlung widersprechen, wenn sie für Sie gar nicht passt.

Vielleicht fragen Sie sich, warum das ein Unterschied ist. Bei anonymen Online-Katalogen suchen Sie selbst aus, ähnlich wie beim Einkaufen. Aber auch dort, wo man Ihnen ein paar Profile vorauswählt, bekommen Sie am Ende meist nur ein paar Eckdaten – Haarfarbe, Augenfarbe, Größe, Beruf – und entscheiden auf dieser dünnen Grundlage, ohne dass Ihnen jemand sagt, warum gerade dieser Mann zu Ihnen passen könnte. Uns war immer wichtig, Ihnen genau das zu geben: eine echte Empfehlung von Menschen, die den Spender kennen.

Nach welchen Merkmalen wir für Sie auswählen

Bei der Auswahl berücksichtigen wir Merkmale wie ethnische Herkunft, Statur, Augen- und Haarfarbe, das Aussehen insgesamt, auf Wunsch auch die Blutgruppe, dazu besondere Neigungen und Talente – und eben Ihre ganz individuellen Wünsche.

Was wir bewusst nicht tun: Wir wählen keine Kinder mit einem bestimmten Geschlecht oder mit besonders „elitären" Eigenschaften aus. Eine Auswahl nach dem Motto „nur Professoren und Leistungssportler" fördern wir ebenso wenig wie den anonymen Versandhandel übers Internet. Bei uns können Sie nicht aus einem Katalog bestellen – und das ist Absicht.

Wie viele Kinder von einem Spender?

Eine gesetzliche Obergrenze für die Zahl der Kinder, die von einem Spender abstammen, gibt es in Deutschland nicht. Uns liegt aber sehr am Herzen, dass es nicht zu viele werden – deshalb orientieren wir uns an der Empfehlung des Arbeitskreises Donogene Insemination. Das ist eine freiwillige Richtgröße, kein gesetzliches Limit. Damit das gelingt, sind wir darauf angewiesen, dass Sie uns den Ausgang Ihrer Behandlung zeitnah mitteilen.

Der Spender, Ihr Kind und das Auskunftsrecht

Die Daten des Spenders werden 110 Jahre lang im Samenspenderregister beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gespeichert. Das sichert Ihrem Kind sein Auskunftsrecht: Ab dem 16. Lebensjahr kann es erfahren, wer der Spender ist, wenn es das möchte. Für Sie als Eltern bleibt die Identität des Spenders dagegen unbenannt, und auch der Spender selbst erfährt nicht, wer mit seinem Samen behandelt wurde.

Eines ist uns dabei wichtig: Der Spender ist nicht der Vater Ihres Kindes. Was das rechtlich im Einzelnen bedeutet, besprechen wir mit Ihnen persönlich; die Grundlagen dazu finden Sie auch unter den vertraglichen und rechtlichen Regelungen.

 

Am besten erklären wir Ihnen das alles persönlich. Im Erstgespräch beantworten wir all Ihre Fragen, nehmen Ihnen Ihre Bedenken und Sie lernen uns kennen.