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Prävention bevor Beeinträchtigungen entstehen

Triftige Gründe für eine prophylaktische Sicherung der eigenen Fruchtbarkeit ergeben sich für die meisten Männer erst dann, wenn ihre Fortpflanzungsfähigkeit bereits erheblich beeinträchtigt ist.

Da eine Schädigung der Spermiogenese meist unbemerkt und ohne Schmerzen abläuft, bemerkt der Betroffene dieses erst zu dem Zeitpunkt, an dem er auf die Qualität seiner reproduktiven Organe angewiesen ist, nämlich bei Kinderwunsch. Mehr als 50% der Männer in der Praxis von Reproduktionsmedizinern sind völlig überrascht, wenn ihre „Schwäche“ als Ursache für die sterile Partnerschaft festgestellt wird.

Meist ist es dann aber für therapeutische Maßnahmen zu spät.

Techniken der In-Vitro-Fertilisation (IVF), wie eine Intracytoplasmatoische Spermainjektion (ICSI) können zwar noch helfen, aber es wird immer schwieriger, den erwünschten Erfolg zu erzielen. Und auch die schmerzhafte chirurgische Entnahme der Zellen aus Hoden und Nebenhoden (TESE, MESE) führt nicht mehr zum Ziel.

Nicht nur, dass diese zu späte Diagnose den Wunsch nach einem eigenen Kind nicht erfüllbar macht.
Die Wahrheit über die eigene Unfruchtbarkeit stürzt viele Betroffene zusätzlich in eine psychische Krisensituation. Das Gefühl in einem so wichtigen Punkt zu versagen, der zwar mit Männlichkeit nichts zu tun hat, aber mit ihr von Männern oft gleich gesetzt wird, belastet die Partnerschaften mehr, als viele andere weit schwerere und lebensbedrohliche Erkrankungen. Fazit: Prävention, aber bitte schon, bevor Beeinträchtigungen der Fertilität eintreten.

Wenn in einem ganz persönlichen Bereich, der für einen Mann nicht sensibler und dramatischer sein kann, überhaupt Vorsorge möglich ist, dann ist es die prophylaktische Konservierung seiner Fortpflanzungsfähigkeit in den Jahren, in denen sie sich auf dem hohem Niveau befindet.

Es wird daher ausdrücklich auch noch nicht erkrankten Männern – je nach der individuellen Familienplanung – geraten, ein Mal in der Jugend und dann später noch ein weiters Mal eine Kontrolle ihrer Spermiogenese durchzuführen und ein Spermiogramm erstellen zu lassen.

Sollte sich dabei eine deutliche Verschlechterung der Werte ergeben, wird sofort das Einrichten eines Spermadepots in einer sog. Kryobank empfohlen.

Was aber macht das Paar, wenn gar nichts mehr geht, wenn der eingetretene Schaden zu groß ist und das gewonnene männliche Material keine brauchbaren Zellen mehr enthält? In diesem Falle wird eine Organspende erforderlich, und zwar in Form einer Samenspende – heterologe oder donogene Insemination, HI oder DI genannt.

Ablauf der Kryokonservierung von Spermien

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