Wenn die Ursachen bei beiden Partnern liegen
Bei
15 bis 30 Prozent der betroffenen Paare finden sich bei beiden Partnern Gründe
für die ungewollte Kinderlosigkeit. In 5 bis 10 Prozent der Fälle kann weder
beim Mann noch bei der Frau eine
organische Ursache für die Unfruchtbarkeit gefunden werden. In solchen
Fällen kann Stress Schuld sein
Bei ca.15 Prozent der
betroffenen Paare lässt sich jedoch keine Ursache für ihren unerfüllten
Kinderwunsch finden. Auch in diesen Fällen kann es sehr hilfreich sein, sich im
Rahmen einer Sterilitätstherapie beraten zu lassen.
Stress
Die wichtigsten
Steuerungszentren zur Fortpflanzung liegen im Gehirn. Sie reagieren
hochempfindlich auf Stimmungen, Gefühle und Einflüsse von außen. Anhaltender
Druck am Arbeitsplatz, Erwerbslosigkeit, ständige Überforderung,
Prüfungssituationen, Krankheits- oder Todesfälle in der Familie,
Partnerschaftskonflikte und vieles mehr können bei einer Frau den Zyklus
stören, den Eisprung unterdrücken und beim Mann die Samenproduktion bremsen.
Zwar lässt sich Stress nicht immer vermeiden, aber es gibt Möglichkeiten, ihn
abzubauen: mehr körperliche Bewegung, Sport (aber kein Hochleistungssport),
Entspannung (durch Yoga, Meditation, Autogenes Training, Atemtherapie),
Partnermassage, genügend ungestörter Schlaf.
Lebenswandel
Bei etwa fünf bis zehn Prozent
der Paare sind keine organischen Ursachen für das Ausbleiben einer
Schwangerschaft erkennbar.
Einfluss auf die Fruchtbarkeit
– gleichermaßen bei Mann und Frau – hat aber auch der Lebenswandel:
Übergewicht, ungesunde Ernährung sowie übermäßiger Alkohol-, Kaffee- oder
Nikotingenuss können durchaus eine Rolle spielen. Ebenso wirken sich in manchen
Fällen die zunehmende Umweltbelastung oder ein Übermaß an Stress negativ auf
die Fruchtbarkeit aus.
Alkohol
Alkohol hat sowohl bei Männern
wie auch bei Frauen einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Bei
Alkoholikern konnten eine niedrige Samenzahl und mangelnde Beweglichkeit der
Samenfäden beobachtet werden. Diese Faktoren normalisierten sich nach
3-monatiger Entwöhnung. Alkoholkranke Frauen haben häufiger Zyklus- und
Fruchtbarkeitsstörungen.
Rauchen
Die Empfängnisrate bei
Raucherinnen ist deutlich vermindert. Außerdem müssen sie mit einer erhöhten
Fehlgeburtsrate rechnen. Bei Männern hat starkes Rauchen einen negativen
Einfluss auf die Samenzahl und deren Beweglichkeit. Bei beiden Geschlechtern
bessern sich diese Faktoren nach mehrwöchiger Abstinenz.
Medikamente
Falls Sie Medikamente
einnehmen, sollten Sie unbedingt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt fragen, ob Ihre
Fruchtbarkeit dadurch beeinflusst wird. Vielleicht können Sie auf ein anderes
Mittel umsteigen.
Umwelteinflüsse
Es ist erwiesen, dass Lärm am
Arbeitsplatz das Risiko für Unfruchtbarkeit bei Frauen verdoppelt, und dass
sich bei Männern große Hitze besonders negativ auswirken kann. Auch
Industrieschadstoffe und Umweltgifte (wie z.B. Pestizide) können die
Fruchtbarkeit schädigen, zumal manche sich mit der Zeit im Körper anreichern
können.
Leistungssport
Regelmäßige intensive
körperliche Anstrengung kann zu Zyklusstörungen wie beispielsweise Ausbleiben
der Regel oder Störungen des Eisprungs und dadurch zu Fruchtbarkeitsproblemen
führen.