Samenspende - Ablauf
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Nachdem der Bewerber eine E-Mail mit all seinen Angaben an die Cryobank-München geschickt hat, erhält er eine Bestätigungsmail über die Aufnahme in die Warteliste. Sollte daraufhin im Samenspende-Depot ein Platz frei werden und der Interessent auf Grund seiner Bewerbung als Samenspender geeignet erscheinen, wird sich die Cryobank bei ihm melden und ihn zur Samenspende einladen.
Besteht also von beiden Seiten Interesse, so kommt der Bewerber zu einem Untersuchungstermin in die Cryobank-München. Die erste Samenspende erfolgt unentgeltlich und dient zur Feststellung der Spendereignung: dafür untersucht die Biologin Frau Putterlik die Samenspende, erstellt ein Spermiogramm und kann mit dessen Hilfe entscheiden, ob das Sperma den geforderten, außerordentlich hohen Qualitätsstandards entspricht.Sollte dies nicht der Fall sein und die Samenspende keine ausreichende Spermaqualität aufweisen, kann der Bewerber den Test unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal wiederholen. Dies wird im Einzelfall entschieden.
Entspricht die Samenspende jedoch den Qualitätskriterien, so wird ein zweiter Termin mit dem Bewerber vereinbart; sowohl für ein persönliches Gespräch mit Herrn Dr. Bleichrodt, als auch für ein psychosoziales Gespräch mit der Diplompsychologin Frau Bleichrodt.
Im Verlauf des zweiten Termins wird der Bewerber ausführlich befragt und informiert; dabei geht es v.a. um die Dauereinnahme von Medikamenten, den Konsum von Genussmitteln und Drogen, über eigene bisherige Krankheiten, um in der Familie bekannte Erbkrankheiten und Allergien sowie um bisherige Aktivitäten als Blut- oder Samenspender. Schließlich verpflichtet er sich mit Vertragsunterzeichnung wahrheitsgemäß über die ihm gestellten Fragen Auskunft zu geben.
Außerdem ist der Bewerber als Person von Interesse: wie lebt er, welche Ausbildung hat er, welchen Beruf oder Job übt er aus, was sind seine Pläne für die Zukunft, wo hat er sich bisher bewährt, was liegt ihm am Herzen, was ist ihm im Leben wichtig, welche Interessen und Hobbies hat er und warum will er Samenspender werden? Was war der Auslöser für die Bewerbung zu diesem Zeitpunkt? Weiss er, was es bedeutet, Samenspender zu sein und welche Folgen das für ihn eines Tages haben kann, wenn das Kind nach ihm sucht?
So macht sich das Team der Cryobank im Zuge ausführlicher Gespräche ein Bild vom Interessenten und lernt ihn näher kennen.
Denn auch wenn man zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr sagen kann, welcher Teil der Persönlichkeit in den Genen angelegt ist und was auf Umwelteinflüsse, Erziehung und familiäre Fürsorge zurück zu führen ist, so sind all diese Informationen dennoch hilfreich und unerlässlich für die sorgfältige Auswahl eines Samenspenders.
Aber auch der Interessent erhält zahlreiche Informationen zur derzeitigen Gesetzeslage und wird über mögliche Auswirkungen seiner Spende, sowie über seine Rechte und Pflichten ausführlich unterrichtet.
So erklärt die Cryobank-München, die Identität des Spenders, die durch Kopie eines gültigen Ausweisdokumentes festgehalten wird, gegenüber Dritten, also auch gegenüber den Wunscheltern, zu wahren.
Es besteht aber theoretisch unter besonderen Voraussetzungen die Verpflichtung, seine Daten bekannt geben zu müssen, z.B. zur Feststellung und Vermeidung von Erbkrankheiten, bei gerichtlichen Vaterschaftsfeststellungsverfahren, zur Vermeidung inzestiöser Partnerschaften und wenn das Kind mit Erreichen der Grossjährigkeit Auskunft über seine genetische Herkunft verlangt (so fern die Eltern das Kind von seiner Entstehung durch heterologe Insemination in Kenntnis setzen).
Der Spender allerdings hat keinen Anspruch zu erfahren, ob und für wen seine Samenspende in Anspruch genommen wurde oder ob sie für diagnostische Zwecke verwendet wurde.
Entscheidet sich das Team nach Beratungen und Auswertung aller Ergebnisse für den Interessenten, unterschreibt der Spender schließlich eine Erklärung über die Bedingungen für seine Organspende; dieser Vertrag des Samenspenders mit der Samenbank beinhaltet die rechtliche Situation und regelt das Samenspenden, die Gesundheitskontrollen sowie die Vergütung.
Der Samenspender wird damit zum offiziellen Spender der Cryobank-München.
Außerdem wird ein persönliches Profil erstellt, die erste offizielle Samenspende abgegeben und es erfolgen eine Urinabgabe sowie eine Blutentnahme zur Untersuchung auf bakterielle und virale Infektionen, die sowohl im Sperma direkt, als auch aus dem Blut des Samenspenders erfolgen; dabei handelt es sich u.a. um HIV, Hepatitis, Cytomegalie sowie Clamydien.
Die Samenspende wird nach der Untersuchung im Cryolabor-München aufbereitet, codiert und konfektioniert, dann mit einem Cryoprotektivum versehen und in Flüssigstickstoff bei -169 Grad Celsius tiefgefroren eingelagert.
Die Spendentermine erfolgen in der Regel wöchentlich bzw. im Abstand von 2 Wochen; insgesamt sind bei einem Spendenzyklus mindestens 6 Spendentermine notwendig, wie viele es genau werden, wird von Fall zu Fall entschieden. Sollte eine Samenspende nicht die notwendigen Kriterien zum Einfrieren enthalten, kann die Samenspende wiederholt werden - der Spender erhält allerdings erst sein Entgelt, wenn die Samenpende qualitativ in Ordnung ist.
Eine Samenspende optimaler Qualität erhält man in aller Regel, wenn es in den letzten 4 Tagen zu keinem Samenerguss kam, allerdings der letzte Samenerguss auch nicht länger als zehn Tage zurückliegt.
6 Monate, nachdem die letzte Samenspende für das Spermadepot erfolgt ist, hat der Spender noch einmal zu einer Blutuntersuchung zu erscheinen, bei der die o.a. Virusinfektionen erneut abgeklärt werden. Sollte dieses Infektionscreening negativ ausfallen, so erhält der Spender noch einmal eine am Umfang und der Qualität des Depots bemessene Abschlussvergütung und der Spendenzyklus ist abgeschlossen.