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Die sorgfältige Auswahl der Spender

Generell sind Samenspender junge Männer, die nach den Richtlinien zur Auswahl von Samenspendern als geeignet ermittelt wurden. Was das heißt? Der Spender muss körperlich und geistig gesund, sozial angepasst, gebildet und volljährig, jedoch jünger als 40 Jahre sein.

Außerdem müssen seine Spermawerte sowohl vor dem Einfrieren, als auch nach dem Auftauen des Ejakulates überdurchschnittlich gut sein.

Insgesamt unterliegen unsere Anforderungen an Spender und Spendersperma ebenfalls den Richtlinien des Arbeitskreises für donogene Insemination, die darauf abzielen, eine Weitergabe von Erbkrankheiten (Familienanamnese) sowie eine Übertragung von Infektionen (Hepatitis B und C, CMV, HIV I und II, Toxoplasmose, Lues, Gonorrhoe, Mykoplasmen) auszuschließen.

Des weiteren ist vor der Verwendung der Samenzellen eine Quarantäne von 6 Monaten einzuhalten, bis zwei im Abstand von drei Monaten erfolgte Blutuntersuchungen des Spenders eine negative HIV-
Serologie ergeben haben.

Durch die Fortschritte in der molekulargenetischen Diagnostik ist es inzwischen möglich geworden, die Genträgerschaft des Spenders für Erbkrankheiten zu überprüfen. Wir führen bei unseren Spendern daher einen Ausschluss sowohl zahlenmäßige und strukturelle Auffälligkeiten der Chromosomen betreffend durch, als auch von einer Genträgerschaft für Mukoviscidose (CF). Weitere Testungen, die ja im „normalen Leben“ eine untergeordnete Rolle spielen, werden nicht vorgenommen – es sei denn auf besonderen Wunsch oder auf Anforderung der Empfänger.

Um jedoch noch mehr Sicherheit zu erhalten empfehlen wir, dass auch die Wunschmutter sich einer genetischen Untersuchung unterzieht! 

Die Richtlinien für die Auswahl von Spermaspendern sehen dabei allerdings nicht vor, dass Kinder mit einem bestimmtem Geschlecht, mit besonderen Merkmalen und Eigenschaften gezeugt werden. Eine Kommerzialisierung der Samenspende durch Auswahlverfahren (z.B. Universitätsprofessoren und Leistungssportler) soll ebenso vermieden werden, wie Versandhandel aus dem Ausland ggf. übers Internet.

Nach den Empfehlungen der European Association for Tissue Banking wird die Zahl lebender Nachkommen eines Spenders auf zehn begrenzt, weil das noch kein vermehrtes Inzestrisiko darstellt, also die Gefahr, dass Halbgeschwister sich kennen lernen und miteinander Kinder zeugen, nicht erhöht ist.

Eine Auswahl eines ihm bekannten Spenders durch das Paar sollte zur Vermeidung nachfolgender psychosozialer und erbrechtlicher Spannungen unterbleiben.

Übrigens:
Der Spender bleibt für das behandelte Paar anonym. Er selbst hat kein Recht zu erfahren, wer mit seinem Sperma und mit welchem Erfolg behandelt wurde.

Wenn demnach das aus der donogenen Insemination hervorgehende Kind ein Recht auf Kenntnis seiner genetischen Herkunft hat, welcher Mann ist dann noch zu einer Samenspende bereit?

Häufig handelt es sich bei Spendern auch um angehende oder bereits fertige Mediziner, bzw. um Angehörige anverwandter Berufe, kennen diese sich doch auch in ihrer familiären Krankheitsgeschichte und –Anamnese besonders gut aus und wissen um etwaige familiäre Krankheiten besser Bescheid.

Auch aus diesem Grund erfolgt die Kryokonservierung in Flüssigstickstoff, bei –169 Grad Celsius, und leistet somit dem Gewebegesetz, den Richtlinien des Arbeitskreises, der EATB (European Association of Tissue Banks) und der WHO von 1992, sowie den Ausführungsbestimmungen der American Society for Reproductive Medicine Folge.

Bei der Spenderauswahl für die donogene Insemination werden Merkmale wie Statur, Augen- und Haarfarbe, ggf. auch Blutgruppe, sowie besondere Neigungen und Talente berücksichtigt, besonders aber auch die ethnische Herkunft beachtet.

Mit welchen Kosten kann man bei einer Behandlung mit Fremdsperma rechnen?

^^